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Arzneimittel

Gegenwärtig gibt es über 2000 geprüfte homöopathische Arzneimittel. Als Ausgangsstoffe dienen Pflanzen (z.B. Aconitum - Blauer Eisenhut), Tiere (z.B. Sepia - Tintenfisch), anorganische (z.B. Aurum - Gold) und organische Stoffe (z.B. Acidum aceticum - Essigsäure) sowie sterilisierte menschliche oder tierische Krankheitsprodukte, die sogenannten Nosoden (z.B.Tuberkulinum).

Die Herstellung der homöopathischen Arznei erfolgt zunächst durch das Herauslösen der Wirksubstanz aus dem Ausgangsstoff, zum Beispiel durch Anfertigung eines alkoholischen Auszuges aus Pflanzenteilen. In einem zweiten Schritt erfolgt die Potenzierung, die zunehmende Verstärkung der Heilkraft in einer zur Arznei werdenden Substanz. Dies geschieht durch Verdünnung des Ausgangsstoffes und der Zufuhr von Energie durch Verschütteln oder Verreiben. Gemäß § 269 des Organon sei dieser Wechsel von Verdünnung und Verschüttelung unbedingt erforderlich, um die Arzneikraftentfaltung aus der Ausgangssubstanz zu ermöglichen. Eine alleinige Verdünnung der Materie ohne die Zwischenschritte der Verschüttelung bewirkt diese Arzneikraftentfaltung nicht.

Um das homöopathische Mittel den Symptomen eines Patienten zuordnen zu können, erfolgt eine Arzneimittelprüfung. Darunter versteht man die Einnahme eines Mittels durch gesunde Prüfer bis zu dem Zeitpunkt, an dem Symptome auftreten. Die Prüfpersonen dokumentieren alle Änderungen ihres Befindens sorgfältig. Durch die Sammlung der Prüfungssymptome aller Probanden entsteht das Arzneimittelbild, das später zur Therapiefindung bei Patienten herangezogen wird.